Die folgende, wiedergegebene Meinung ist eine persönliche Stellungnahme der genannten Person. Sie spiegelt nicht notwendigerweise die Ansichten, Werte oder Positionen des Vereins, seiner Organe oder seiner Mitglieder wider.
Moin Ihr Lieben,
die wahre disruptive Kraft der Digitalisierung hat die Musikindustrie weder durch mp3 noch Napster noch iTunes zu spüren bekommen. Das waren wichtige Schritte auf dem Digitalisierungspfad, aber letztlich ist das Motto immer das gleiche geblieben: Man kauft Musik. Statt Platte, MC oder CD waren es nun Dateien, die aber immer noch in Form von Alben und Singles veröffentlicht wurden.
Und dann kamen die Streamingdienste. Das gesamte Konzept wurde auf den Kopf gestellt, da man nun nicht mehr Musik kauft, sondern deren Nutzung abonniert. Das ist Disruption: der Umbruch eines ganzen Geschäftsmodells. Und das hat die Musikindustrie deutlich durcheinandergerüttelt bis zur Frage, wie man denn nun Geld verdienen kann. Offensichtlich bedeutet das für Bands, dass Konzerte wieder spannend sind, aber auch Merchandise und Drittleistungen wie Meet ’n’ Greets. Das geht so weit, dass man bei einem Death-Metal-Konzert Plüschtiere kaufen kann …
Wie auch immer, wenn die Kinder größer werden und anfangen, eigene Musik zu hören, springen einem die Familien-Abos ins Auge, und auch wir griffen zu einem Spotify-Abo, dem vermutlichen Branchenprimus. Und vieles lief und läuft sehr gut.
Allein aus Bequemlichkeit würde ich auch nichts an den Verhältnissen ändern, aber es gibt da etwas, was mich dazu bringt, den Anbieter zu wechseln. Mitte letzten Jahres ging die Meldung durch die Presse, dass der CEO von Spotify im Multimillionenbereich in eine Firma zur Waffenproduktion einsteigt, mit dem Schwerpunkt Drohnen und KI.
Möchte ich, dass mit meinem „Musik-Geld“ die Rüstungsindustrie finanziert wird, also Waffen gebaut werden?
Während gleichzeitig immer weniger bei den Künstler*innen ankommt?
Nun, es gibt sicherlich viele Gründe dafür, dass in der heutigen Zeit im westlichen Europa in die Verteidigungsfähigkeit investiert wird, und dazu gehören mit Sicherheit auch Drohnen, wie wir durch Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine gelernt haben, aber sollte dieses Geld von Privatpersonen aus der Musikbranche kommen? Meine Meinung: NEIN! Private Investoren bei Staatsaufgaben sind immer schwierig, und es ist schlicht und ergreifend pervers, wenn Geld, das für „Ein bisschen Frieden“ ausgegeben wird, für Waffen verwendet wird.
Es ist aber auch die ewige Kritik an Spotify, dass die Bezahlung der Künstler*innen undurchsichtig, unfair und zu gering sei, die eine Rolle für mich spielt. Irgendwo müssen ja die Investitionsmillionen herkommen. Und nein, ich habe keine Lust darauf, dass mein Musik-Erleben künftig von KI- und Autotune-Musik geprägt sein wird, weil nun mal der Markt damit überschwemmt wird. Wenn das das einzige ist, was sich noch rechnet, wird es die anderen zwangsläufig verdrängen.
Also probieren wir was Neues aus! Es gibt seeehr viele verschiedene Streaminganbieter auf dem Markt, und wir sind nun bei Deezer gelandet, da
- Deezer wohl für bessere Künstler*innen-Vergütung sorgt,
- selbst ein bisschen Underdog / Underground ist,
- keine Waffendeals macht
- … und eben auch die bessere Werbung hat 😉
Ich bin sehr gespannt, ob wir bei Deezer bleiben werden oder woanders hingehen werden – jetzt probieren wir das zumindest aus.
Egal, ob es der Streamingdienst oder ein sonstiges Konsumgut ist: Wir sollten immer mal wieder neue Wege gehen und alte Gewohnheiten hinterfragen!
So long
Christopher
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