Simon and the Chipmunks

Jemand, der Simon heißt und wie ein Streifenhörnchen aussieht? Zufall? Ich denke nicht. Jetzt muss ich mir nur noch Freunde suchen, die Alvin und Theodore heißen. Na egal, ich falle ja schließlich auch ohne die schon auf. Auf dem Land begegnet man schon mal dem einen oder anderen Streifenhörnchen, aber nicht der menschlichen Version davon, also mir. Wie ist es denn so, wenn man so stark in der Masse auffällt?

Stets durchwachsen, würde ich sagen. Es gibt die einen Leute, die überrascht sind und einem Komplimente geben. Auf der anderen Seite gibt es dann die Gruppe, wo die verfolgenden Blicke schon genug aussagen. Auf jeden Fall kann man sagen, dass es nicht immer leicht ist. Es war auch noch nie einfach. Wenn man als Fünftklässler in einem monochrom-grünen Outfit zur Schule geht, gibt es immer Bemerkungen. Fashion ist hier nicht so angesagt, ebenso wenig eine gute Infrastruktur. Um zur Schule zu fahren, muss man schon mal eine gute Stunde einplanen. Wenn man an gar so ferne Sachen wie Freizeitaktivitäten denkt, kommt man meist zur Konklusion, einfach nach Hamburg zu fahren. Hier ist schließlich kaum was los.

Einfach gesagt: Es nervt, auf dem Land zu leben.

Klar, Manche sind für das Landleben gemacht, es ist schließlich nicht das komplizierteste. Mir ist das schlichtweg zu langweilig. Für mich macht das Leben auf dem Land folgendes aus: Keine Individualität, Dorfgeschwätz, Ruhe (sogar sehr viel davon) und frische Blumen. Ja, die frischen Blumen, die sind tatsächlich echt schön. Nur, wenn man mal ein wenig anders aussieht als die breite Masse, fühlt man sich so, als wäre man ein Tier im Zoo. So exotisch, fremd, gefangen und unmenschlich. Natürlich befindet man sich hier nicht in einem Gehege, aber es kommt schon nah heran. Immerhin hat man auf dem Dorf kaum Auswahl, keine gute Verbindung zur Außenwelt und wenig andere Menschen.

Kein Wunder also, dass so viele Landflucht begehen. Ich schätze mal nicht, dass es an dem Gestank der Bauernhöfe liegt. In der Stadt sind die Leute eher cool drauf, da wird man beispielsweise für sein Make-Up oder sein Outfit gelobt. Auf dem Land gibt es nur Geschwätz und Ausgrenzung und halt frische Blumen.

To keep it simple: mind your own business. Und wenn Du damit nicht klarkommst, dass ein Sechzehnjähriger schon so verbittert zu sein scheint, dann laufe mal einen Tag in meinen Schuhen.


One thought on “Simon and the Chipmunks

  1. Hallo Simon du Chipmunk haha,
    ich weiß genau, was du durchmachst. Wenn man in der Gesellschaft nach Aufmerksamkeit sucht und sie tatsächlich bekommt, kann ich es verstehen, dass man Aufmerksamkeit bekommt. Das muss tierisch nerven. Ich bin froh, dass du anders bist. Sonst hätten die Leute nichts zu gucken.
    Ein unaufmerksames Wochenende wünsche ich dir!

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