Sternenkriege!

„Der Weltraum: unendliche Weiten!…“
HALT! STOPP! Das ist falsch! Ich meinte:
„A long time ago in a galaxy far, far away…“
Ja, das klingt besser! Jeder Star Wars Film beginnt mit diesen Worten oder auf Deutsch:
“Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxie…“

Star Wars!

Ein Epos, das von Anfang an auf 9 Filme angesetzt wurde und sich nun in 3 Trilogien plus diverse Serien und Ergänzungsfilme, Computerspielen und Romanen auszeichnet.

Die urpsrüngliche Trilogie begann in der Mitte und so ist er erste Star Wars Film eben „Episode IV – A new Hope“! Und da mit haben wir auch schon die ersten beiden Verwunderungspunkte für das damalige deutsche Publikum benannt. Zum einem ist ein Film in die Kinos gekommen, der sich selbst als vierter Teil bezeichnet ohne das jemand wusste was dann mit den Teilen 1 – 3 wäre. Zum anderen durfte sich das Publikum wundern wie man denn aus „Star Wars“ den „Krieg der Sterne“ gemacht hat. Denn ja, es gibt einen Unterschied zwischen den Sternenkriegen und einem Krieg der Sterne…

Das tat aber dem Erfolg des Filmes und der gesamte Franchise keinen Abbruch – auch wenn ich dankbar bin, dass heutzutage auch im deutschsprachigen Raum die Bezeichnung „Star Wars“ jegliche merkwürdige Übersetzungsversuche verdrängt hat.

Um Star Wars verstehen zu können, bedarf es zumindest einer kurzen Einteilung des Gesamtwerks. Am Anfang steht die ursprüngliche Trilogie:

Episode IV – A new Hope (1977)
Episode V – The Empire strikes back (1980)
Episode VI – The Return of the Jedi (1983)

Diese drei Filme haben die westliche (Pop-)Kultur massiv geprägt und nicht nur Filmgeschichte geschrieben. Die Charaktere sind unvergessen und auch wenn man die Filme nicht gesehen hat oder nicht mag, wird man nicht umhin kommen ikonische Figuren wie C3P0 (großer goldener Roboter), R2D20 (kleine runder Roboter), Chewbacca (großes, liebenswertes Fellwesen) schon mal gesehen zu haben. Luke Skywalker, Prinzessin Leia, Han Solo und Darth Vader sind ebenfalls Namen, die man sicherlich schon irgend wo mal gehört hat. Und Yoda wir alle lieben!

Aber auch Zitate aus den Filmen werden gerne immer wieder in unsere Sprache gebraucht:

„Möge die Macht mit Dir sein!“
„Ich bin Dein Vater, Luke“
„Ich liebe Dich“ – „Ich weiß.“
„Das sind nicht die Druiden, die Ihr sucht!“

Eines dieser Zitate ist übrigens analog zu dem „Schau mir in die Augen, Kleines“ aus Casablanca ein falsches Zitat, dass so gar nicht in dem Film vorkommt…

Musikalisch ist der Imperial March so ikonisch, dass er vergleichbar mit der … Fuge von Beethoven auch gerne mal angesummt wird und sofort eine jede Person weiß, was gemeint ist.

Die Raumschiffe X-Wing, Tie-Fighter, Star Destroyer und der Millennial Falcon gehören wohl zu den bekanntesten Science Fiction Konstrukten der Welt und irgendwie wissen wir alle auch, wie ein Todesstern aussieht.

Hier sei übrigens wieder der Hinweis auf potentiell furchtbare Übersetzungen erlaubt, die zwangsläufig in einem Denglisch enden erlaubt. Für X-Wing und Tie-Fighter werden in meiner Wahrnehmung auch im Deutschen nur die englischen Bezeichnungen benutzt. Sternenzerstörer (Star Destroyer) und Toddesstern (Death Star) funktionieren auf Deutsch, aber auch in Englisch sehr gut. Wer allerdings auf die Idee gekommen ist, Millennium Falcon mit „Rasender Falke“ übersetzen zu wollen, gehört auch im Nachhinein noch geschlagen…(Vorsicht: Ironie – ich bin gegen Gewalt!).

Die ursprüngliche Trilogie war jedenfalls ein großer Erfolg auch in Bezug auf das Merchandise, das im Zusammenhang verkauft wurde. Filmtechnisch war dann aber erst mal lange Zeit Ruhe eingekehrt. Die Entwicklung blieb aber nicht stehen und so machten sich viele Menschen daran, das Star Wars Universum auszubuchstabieren. Es wurden Geschichten geschrieben udn Welten entworfen, die in diesem Universum angesiedelt sind. Dies geschah teilweise mit Lizenz der Rechteinhaber und teilweise einfach als Fan Fiction – also als Geschichten von Fans für Fans. Auch Computerspiele erzählten die Geschichte immer weiter und einige Klassiker der Computerspielgeschichte sind aus Star Wars heraus entstanden.

Kanon

Die Frage, die sich dabei aber nun stellt, ist, was von diesen Dingen ist denn nun Teil des Star Wars Kanon?

Und allein diese Frage nach dem Kanon öffnet nun schon die Tür in die wunderbare Welt der Nerds. Wir alle kennen das Phänomen, dass in einer Geschichte Unstimmigkeiten vorhanden sind. Egal ob Buch, Film oder Serie: manche Dinge passen einfach nicht zusammen. Wenn sich aber der Entwurf eines völlig neuen Universums über zuerst mehrere Filme und dann über unendliche viele Geschichten aus unterschiedlichster Hand erstreckt, wird es sehr schnell sehr komplizierter. Eine außenstehende Person mag wohl sagen, dass es wurscht ist, ob alles passt und ob nun der Planet zwei oder drei Monde hat, der Star Wars Fan kann sich darüber herrlich lange und obzessiv streiten. Und die dabei gezeigt Leidenschaft ist wohl eine der charakteristischen Eigenschaft, die ein Nerd mit sich bringt und gerne auch mit einem gewaltigen Part an Ernsthaftigkeit untermauert.

Die Summe der vielen Geschichten ergibt das sog. expanded Universe. Es beschreibt einen detaillierten Blick auf das Star Wars Universum und gibt einem die Möglichkeit sehr tief in diese erdachte Welt einzutauchen.

George Lucas hat sich dann 16 Jahre nach Episode VI entschieden, selbst zu beschreiben, wie die Welt denn nun genauer aussieht. Es erschienen die Prequels

Episode I – The Phantom Menace (1999)
Epidode II – Attack of the Clones (2002)
Episode III – Revenge of the Sith (2005)

Man könnte jetzt behaupten, dass bei der Produktiuon dieser Filme die eigentliche Cash Cow offensichtlich wurde: Spielzeug für kleine Kinder. Anders kann ichse mirse Jar Jar Bingse nichse erklärense…

Diese zweite Trilogie erzählt nun die Geschichte, wie aus der Republik das Imperium und wie der gute Anakin zum berühmtesten COPD-Opfer der Welt wurde. Natürlich konnte hier auch noch eine neue Serie „Clone Wars“ etabliert werden, die zwischen Episode II und III die Geschichte der Klonkriege in erzählt. Das sind übrigens Kriege, bei denen geklonte Menschen gegen Kampfdroiden antreten und somit das Thema Krieg irgendwie doch kinderzimmertauglich aufbereitet wird…
Im Ergebnis war die Lücke zwischen Episode III und IV noch groß genug, um mit Rogue One noch einen Film dazwischen schieben zu können.

Man mag von dieser Trilogie halten was man will, aber sie hat es zumindest nicht geschafft, sauber an die Ursprungstrilogie anzudocken, da es doch einige Untsimmigkeiten in der Story gibt. Inwiefern sich die Prequels in das expanded Universe einfügen vermag ich nicht zu beurteilen. Dies war aber auch vor allem spannend für den dritten Block:

Episode VII: The Force Awakens (2015)
Episode VIII : The Last Jedi (2017)
Episode IX: The Rise of Skywalker (2019)

Denn aus dem expanded Universe wussten wir eigentlich wie es weitergehen würde in der epischen Geschichte, wie die Familie Skywalker die Galaxis aufbaut, niederhaut und wieder aufbaut.
Nun, Star Wars war nun mittlerweile an Disney verkauft und Disney dampfte das Ganze expanded Universe ein, indem sie erklärten, dass nur die Filme und ein paar Serien den Kanon – also die offizielle Geschichtsschreibung – beschreiben würden.

Und nun wussten wir alle nicht mehr , was alles in der neuen Trilogie passieren würde – es war aber auch nicht soooooo spannend. Irgendwie fühlte es sich an vielen Stellen wir ein Remake der alten Teile nur mit neuen Personen an… mpf…

Fazit

Wie ihr seht, habe ich nun Seitenweise über Star Wars geschrieben und noch nichts zum Inhalt gesagt und auch keinen Diskurs über die kritischen Details innerhalb des Star Wars Universums gemacht – ich könnte es aber. Zwar bin ich kein so eingefleischter Enthusiast wie jemand anderes sein mag, aber ich bin Nerd genug, um viele Stunden über Star Wars sprechen zu können…

Damals in den 90er gab es den Munchkin-Dreisatz, den ich nun auf Star Wars anwenden möchte:

  • Du bist kein Nerd, wenn Du weißt, dass es einen Star Wars Tag gibt
  • du bist vielleicht ein Nerd, wenn Du am Star Wars Tag alle Filme Schaust
  • Du bist ganz sicher ein Nerd, wenn Du beginnend mit dem Star Wars Tag alle Filme und Serien in der kanonisch richtigen chronologischen Reihenfolge guckst.

Zwei Dinge dazu:

  1. Ja, ich habe das letztgenannte schon gemacht.
  2. Der Star Wars Tag ist der 4. Mai. „Möge die Macht mit Dir sein“ heißt im Englischen „May the force be with you“ „may the force“ ist so nah an „may the fourth“ dran, dass die eben zum Star Wars Tag wurde…

Wenn ihr noch nie einen Star Wars Filme gesehen habt, fangt am besten mit der ursprünglichen Trilogie an. Sie ist das Maß aller Dinge und wenn Ihr ihr etwas abgewinnen könnt, kommt der Rest von ganz alleine 😉

cK

PS: Heute ist übrigens Palindrom-Tag: der 22.2.22 😉

PPS: George Luca musste übrigens für das Intro eine Strafe zahlen…

PPPS: Han shot first


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